Das Album basiert auf dem Roman Über den dunklen Fluß
(engl. Originaltitel The Catastrophist) von Ronan Bennett.
Das Buch wurde 1998 für den Whitbread Book Award nominiert. Es erzählt die Geschichte von John Gillespie, einem Iren, der 1959 seiner italienischen Geliebten, Ines, in den Kongo folgt. Anders als sie hat Gillespie kein Interesse an dem herannahenden Unabhängigkeitskampf und auch nicht an dessen charismatischem Führer, Patrice E. Lumumba. Er hat andere Absichten - Dieses ist seine letzte Chance, Ines Liebe zurück zu gewinnen.
Es ist eine Geschichte über das Versagen, das von Gillespie und das der Demokratisierung des Kongo. Deutlich wird hier auch das Versagen der westlichen Politik.
Die Auswirkungen dieser Ereignisse sind bis heute spürbar.
Resultat ist ein lebendiges, sehr musikalisches und zutiefst berührendes Werk. Ronan Bennett schrieb dazu:
"...beim Hören der Songs kamen mir lebhafte Erinnerungen aus der Zeit, in der ich an dem Buch gearbeitet habe. Ich saß in meinem Sessel und habe sie mir immer und immer wieder angehört. Es sind alles wunderschöne Songs - ich höre Echos von Cohen aber auch von Waits. Mein Lieblingssong ist "Hold up the Moon", den ich heute Morgen hörte als ich in die Stadt fuhr und auch jetzt wärend ich diesen Brief schreibe..."
Statement der Künstler
Als wir den Roman im Jahr 2001 auswählten, taten wir dieses zunächst wegen seiner Sprache und seiner Geschichte über das Auf und Ab einer intimen Partnerschaft, die uns sehr vertraut war. Der Hintergrund, die Geschichte des Kongos, faszinierte jedoch nachhaltig.
Zurzeit findet, nach über 4 Jahrzehnten, wieder eine freie Wahl im Kongo statt. Zur Sicherung dieser Wahl wurden im Rahmen einer UN-Mission auch deutsche Soldaten in Kinshasa (dem ehemaligen Léopoldville) stationiert. Dadurch gelangte der Kongo wieder in die Tagespresse und das hat auch bei uns dazu geführt, dass wir uns noch einmal intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.
Die Geschichte des Kongo kann gleichsam als Blaupause für viele afrikanische Staaten dienen. Nach fast 100 Jahren der kolonialen Ausbeutung, seiner natürlichen und menschlichen Ressourcen beraubt und weitgehend ohne Infrastruktur und Bildungswesen, wurde der Kongo am 30.06.1960 in das Chaos der Unabhängigkeit entlassen. Es ist kaum auszumachen wer, wann, wo, in der Folge alles seine Finger im Spiel hatte, die Demokratische Republik Kongo endete jedenfalls bereits am 24.11.1965 in die Diktatur Joseph Mobutus.
Die Profiteure waren und sind nicht immer klar auszumachen; der große Verlierer jedoch ist immer das Volk. Afrika, Wiege der Menschheit (eine Tatsache, die uns selten bewusst ist) wir hoffen von ganzem Herzen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt!
Für interessierte Besucher haben wir nachfolgend einige Links zusammengestellt:
Links
Empfehlen können wir den Film Lumumba von Raul Peck, der das Leben des ersten und bisher einzigen frei gewählten Ministerpräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, Patrice E. Lumumba, und die Hintergründe seiner Ermordung sehr eindrucksvoll aufarbeitet.
Einen wirklich umfassenden Einblick in die bis heute reichende schockierende Kolonialgeschichte gibt der aus dem Jahre 2006 stammende Dokumentarfilm Schatten über dem Kongo (Englischer Originaltitel: King Leopold's Ghost), Regie Pippa Scott.
Le Monde Diplomatique - Deutsch / Die dritte Plünderung des Kongo





